Warum Freunde, der Partner und die Familie nicht das Wichtigste im Leben sind….

…und worauf es in Wirklichkeit ankommt.

Wie bitte? Freunde, der Partner und die Familie sollen nicht das Wichtigste im Leben sein? Aber sie geben uns doch Rückhalt?! Und sie sind im Vergleich zu materiellen Dingen doch fest mit uns verwurzelt und immer für uns da?! Und wir brauchen sie doch?

Das ist richtig. Gute Freunde, ein liebevoller Partner und eine intakte Familie können uns in vielen Situationen Kraft und Energie spenden. Sie sind auch sehr wichtig für unser gesellschaftliches Leben: wir brauchen natürlich jemanden, mit dem wir reden oder Spaß haben können. Wir brauchen Menschen die uns aufbauen, uns mögen und uns zeigen, dass sie für uns da sind. Dennoch kann die liebevollste Partnerschaft, die engste Freundschaft und die tollste Familiensituation eines nicht ersetzen:

Mut zur persönlichen Wahrhaftigkeit und Selbstverwirklichung, sowie eine gesunde Selbstachtung.

Nur wer diese drei Dinge lebt, kann ein glückliches Leben führen. Wer denkt, dass ihm stattdessen irgendetwas Aussenstehendes (ob eine Person oder etwas Materielles) zur Glückseligkeit fehlt, wird immer auf der Suche und nie vollständig zufrieden sein. Auch die liebevollste Familie und der treuste Partner werden ihm nicht dabei helfen können.

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Das war es auch, was Henry van Dyke mit seinem bekannten Zitat

„Glück kommt von innen, nicht von außen; deshalb hängt es nicht davon ab, was wir haben, sondern was wir sind.

meinte.

Doch wie erkennt man, was einem genau fehlt? Was macht eine gesunde Selbstachtung aus? Was bedeutet es, wahrhaftig und selbstbestimmt zu leben?

Ich versuche zunächst, die Bezeichnung gesunde Selbstachtung an ein paar Beispielen zu erläutern.

Menschen, die ihren eigenen Wert kennen, sind unabhängiger als andere und trauen sich, ihre Meinung deutlich zu äußern (deshalb müssen sie auch häufig feststellen, dass sie nicht überall gleichermaßen geschätzt werden und von Menschen ohne große Selbstachtung Ablehnung erfahren). Sie äußern Gedanken und Gefühle: wenn sie glücklich sind oder von etwas begeistert, haben sie keine Angst es zu zeigen. Wenn es ihnen nicht gut geht, versuchen sie nicht so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre. Auch wenn ihre Ansichten von anderen nicht geteilt werden, scheuen sie sich nicht davor, sie auszudrücken. Sie sind selbstsicher und weil sie keine Angst haben, sich unverstellt zu zeigen und authentisch zu leben, erregen sie manchmal Neid und feindselige Gefühle in anderen.

Dennoch ist ihnen ihre Selbstachtung wichtiger als das, was andere Menschen von ihnen denken. Es ist ihnen in dem Fall wichtiger, authentisch zu bleiben, als die Freundschaft dieser Menschen zu gewinnen. Ein Mensch mit einer gesunden Selbstachtung sucht sich gute, gleichberechtigte Beziehungen zu anderen selbstbewussten Menschen – Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein umgeben sich dagegen häufig mit unsicheren Menschen oder lassen sich ausnutzen.

In einer freundschaftlichen Beziehung zweier selbstbewusster Menschen herrscht Aufgeschossenheit,  Respekt und Akzeptanz der persönlichen Würde des anderen. Sie sind gegenseitig an der Weiterentwicklung des anderen interessiert und freuen sich für den anderen. Sie sagen nur ja und nein, wenn sie es auch wirklich meinen und respektieren das Recht des anderen, ebenso ehrlich zu sein.

Neben einer gesunden Selbstachtung ist es wichtig, stets authentisch und wahrhaftig zu bleiben. Nimm dir 5 Minuten Zeit und denke über die folgenden Fragen nach:

  • Bin ich im Allgemeinen ehrlich, was meine Gefühle angeht? Kann ich meine Gefühle empfinden und akzeptieren, ohne dass ich notwendigerweise danach handeln muss?
  • Wenn ich mit anderen über Gefühle spreche, bin ich dann ehrlich, was die meinen betrifft?
  • Kann ich ohne Hemmungen über etwas sprechen, was mir viel bedeutet, was ich bewundere oder genieße?
  • Kann ich auch ehrlich und gefasst über etwas sprechen, was mich verletzt, wütend macht oder aufregt?
  • Verteidige ich meine Ansichten und achte ich darauf, dass ich meine Wünsche und Interessen nicht vernachlässige?
  • Macht es mir etwas aus, anderen meine Begeisterung zu zeigen?
  • Kann ich einen Fehler ehrlich und einfach zugeben?
  • Gebe ich mich so, wie ich wirklich bin?

Kennst du Situationen, in denen du anderen und dir selbst etwas vormachst? Du sollst dir deswegen keine Vorwürfe machen, sondern dir die Situationen vergegenwärtigen. Stell dir vor, du sprichst mit einem verständnisvollen Freund, der dich verstehen möchte und wissen will, warum es für dich so wichtig ist, in bestimmten Situationen unehrlich zu sein. Erzähle ihm, warum du manchmal in eine solche Rolle schlüpfst. Beschreibe ausführlich, wovor du Angst hast und was du damit bezweckst, dich so zu verhalten. Er bittet dich zu überlegen, ob dir Situationen oder bestimmte Umstände einfallen, in denen du ehrlicher sein könntest. Halte ein paar Augenblicke inne und stell dir vor, wie es sich anfühlen würde, wenn du dir und anderen nichts mehr vormachen müsstest.

Sich in dieser Form mit sich selbst zu beschäftigen, ist für die meisten von uns sehr ungewohnt. Weder in der Erziehung, noch in der Schule werden wir mit solchen “Aufgaben” konfrontiert. Man spricht nicht über Gefühle oder Gedanken dieser Art, das war schon immer so. Leider ist es genau das, was sehr vielen Menschen fehlt und nicht durch die Familie, den Partner oder Freunde ersetzt werden kann. Würden wir uns von klein auf regelmäßig in dieser Form mit unseren Gefühlen und unserer Persönlichkeit beschäftigen,  würde es heute sehr vielen Menschen besser gehen – unabhängig von ihrer Familiensituation. Ich bin mir sicher, dass sie sich dann in ihrem Alltag häufig anders verhalten würden und weniger Wert auf Statussymbole, einen taffen, coolen Eindruck in der Clique und die eigene Autorität in ihrem Beruf legen würden.

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