Warum wir alles haben und doch häufig unglücklich sind…

Woran dieses Phänomen liegt und wie man dagegen vorgeht.

Uns Deutschen geht es bestens. Die Wirtschaft floriert, wir leben in absoluter Sicherheit und unser Sozialsystem ist eines der besten der Welt. Wir brauchen uns nicht über Krankheiten den Kopf zerbrechen, da jeder krankenversichert ist und wir darüber hinaus über die besten Ärzte der Welt verfügen. Neben dieser grundlegenden Freiheit haben wir unzählige weitere Möglichkeiten uns zu amüWarm sun on middaysieren bzw. zu konsumieren:
Wir fahren im Durchschnitt wahnsinnig tolle und teure Autos. Jeder hat ein Smartphone. Im Jahr 2015 sind am Flughafen Frankfurt über 6 Millionen Menschen abgeflogen, was ein Rekordwert ist. Wohnungen und Häuser wuchsen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden: modernst ausgestattet. Wir können uns nahezu willkürlich neuste Kleidung oder technische Spielereien kaufen: jeden Monat auf’s Neue.

Trotz dieser paradiesischen Situation geht es vielen Menschen in Deutschland nicht gut. Wer schon einmal versucht hat, einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu ergattern, kann die Ausmaße dieser Aussage abschätzen. Fakt ist: deutsche Psychotherapeuten haben Hochkonjunktur, Wartelisten und übervolle Auftragsbücher. Die Zahl der Menschen mit psychischen Probleme ist in den letzen Jahren massiv angestiegen. Gleichzeitig sind die Zahlen derer mit Volkskrankheiten und Übergewicht alles andere als rückläufig.

Warum werden wir immer dicker, immer kranker und immer unzufriedener, obwohl es uns doch eigentlich an nichts fehlt, ganz im Gegenteil??

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Der Mensch ist seltsam gestrickt.
Wir neigen gerne dazu, das zu wollen, was wir nicht haben können. In unserer Denke überwiegt schnell das reizvolle Unbekannte dem – eigentlich wertvollen – Bekannten. Wir haben darüber hinaus Schwierigkeiten, wenn wir zu viele Entscheidungsmöglichkeiten zur Auswahl haben. Außerdem bewerten wir Dinge oft irrational, worauf ich als erstes eingehen möchte.

Ein Bekannter von mir hat oft Langeweile. Er braucht nichts mehr arbeiten. Er beschäftigt sich zwar relativ viel zu Hause, es fehlt ihm jedoch an Hobbys und an einem großen Freundeskreis. Er fährt etwa einmal im Jahr für eine Woche in den Urlaub. Es fällt ihm außerdem schwer, sich zu regelmäßiger Bewegung aufzuraffen (was ihm sehr gut täte). Nun dachte ich letztens über ihn nach und fand eine – aus meiner Sicht perfekte – Lösungsmöglichkeit für ihn: einen Hund!
Er liebt Tiere und hätte mit dem Hund als Weggefährten eigentlich mehrere Volltreffer mit einem Schlag: er müsste sich bewegen. Er hätte eine Aufgabe im Alltag. Er hätte einen neuen besten Freund etc.
Also rief ich ihn neulich an und erzählte ihm ganz überschwänglich von meiner Idee.
Seine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Wie aus der Pistole geschossen antwortete er: “Die Idee an sich ist gut, aber dann bin ich so gebunden. Und kann nicht mehr in den Urlaub fahren. Und die Verantwortung erst, das ist doch ein totaler Druck! Und wenn was nicht klappt! Und wenn er nicht folgt!” Die Gegenargumente – welche aus meiner Sicht alle totaler Käse waren – häuften sich sofort und das Thema war damit vom Tisch.
Das nennt man Irrationalität.
Es gibt viele Hundebesitzer, die einen wesentlich volleren Terminkalender als er haben. Es gibt  ebenfalls viele Hundebesitzer, die 5 mal häufiger als er in den Urlaub fahren. Zu jedem seiner Argumentationspunkte könnte man ein  Hundebesitzerbeispiel finden.
Nehmen wir nochmal das Urlaubsargument: er fährt eine Woche im Jahr in den Urlaub und hat 51 weitere Wochen Freude an dem Hund. Es wäre ein leichtes, eine Adoptivfamilie für die eine Woche zu finden. Vermutlich wäre es auch möglich, den Hund mitzunehmen. Dennoch stellt er die eine Woche “Stress” über die 51 Wochen “Freude”. So ticken wir Menschen, wir machen solche Denkfehler – wenn auch oft in kleineren Umfängen – sehr häufig in unserem Alltag.

Neben diesem Hang zu irrationaler Beurteilung verschiedenster Lebensbereiche, neigt unsere Spezies zu weiteren seltsamen Denkweisen – wie bereits kurz angesprochen.

Wir wollen immer das, was wir nicht haben können.
Dieses Phänomen ist schon bei Kleinkindern zu beobachten. Ein Kleinkind kann die tollsten, teuersten und modernsten Spielsachen besitzen, wenn es aber sieht, wie ein anderes Kleinkind mit einem anderen (es kann etwas völlig belangloses sein) Gegenstand oder Spielzeug mehr Spaß hat, will es genau diesen auch sein Eigentum nennen.
Wir werden in dieser Hinsicht meist über unsere ganze Lebenszeit nicht schlauer. Sobald wir anfangen, uns mit anderen zu vergleichen, ist Frust und Neid vorprogrammiert.
Ich erwische mich selber auch regelmäßig bei dieser dämlichen Denkweise.
(Vorweg gesagt: eigentlich sollte es uns schon in Glückseligkeit versetzen, wenn wir unseren Alltag mit dem des Durchschnitts der Weltbevölkerung vergleichen. Das ist jetzt jedoch gar nicht Thema.)
Ich bin bekanntlich selbstständig und habe mein Personal Trainer Business jetzt über die letzten fünf Jahre hinweg vorangetrieben. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, über den ich eigentlich sehr dankbar und froh sein kann, was ich in den allermeisten Momenten auch bin. Ich habe jahrelang davon geträumt, an genau diesem heutigen Punkt zu stehen. Dennoch komme ich manchmal in Situationen, die genau die Kleinkindersituation widerspiegeln. Ich war letztens zum Beispiel mit einem Freund beim Baden. Er ist seit 20 Jahren selbstständig, sein Geschäft läuft sehr gut und er verdient wesentlich mehr als ich. Er arbeitet darüber hinaus mittlerweile wesentlich weniger als ich. Wir sitzen also gemeinsam an einem Dienstagnachmittag 3 Stunden lang beim Baden. Ich hatte am späten Nachmittag wieder Termine und musste mich verabschieden. Es war ein toller Nachmittag: während viele andere Freunde von mir  den ganzen Nachmittag über in einem stickigen Büro saßen, lag ich am See. Dennoch war ich in diesem Moment überhaupt nicht dankbar. Ich dachte mir: oh man, der hat’s gut. Er sitzt jetzt weitere drei Stunden hier rum und verdient während dessen noch wesentlich mehr Geld als ich, und ich Armer stehe die nächsten drei Stunden in der Arbeit. Das ist unfair!
Seht ihr selbst wie dämlich diese Denkweise ist???! Wäre ich allein am See gelegen und hätte auf einer gegenüberliegenden Baustelle drei Straßenarbeiter beobachtet, denen der Schweiss runterläuft – ich wäre mit Sicherheit dankbarer gewesen.
Das ist die verrückte Denkweise, die ich oben angesprochen habe. Wir wollen immer das haben, was wir eben nicht haben. Und genau an diesem Punkt beginnt die Unzufriedenheit, weil es immer Menschen geben wird, die mehr haben als wir.

Ein weiterer Punkt, welcher mit dem gerade beschriebenen Phänomen verwandt ist, ist die Problematik zu vieler Entscheidungsmöglichkeiten.
Wir Menschen lieben es, nicht wählen zu müssen.
Früher gab es um ein Vielfaches weniger Auswahlmöglichkeiten: in nahezu jedem Bereich.
Man lernte den Beruf, der für einen vorgesehen war. Man beschäftigte sich in seiner Freizeit – sofern es diese neben der vielen Arbeit gab – mit den Leuten, die in der direkten Nachbarschaft wohnten. Es gab Kleidung im Kleidungsgeschäft der Stadt – der optische Aspekt war sekundär. Man stand nie vor der Wahl, wo man denn dieses Jahr in den Urlaub hinfahren könnte. Oder um welche Nischenprodukte man sein Angebotssortiment erweitern sollte. Es stand auch für niemanden zur Debatte, ein Auslandsjahr anzutreten, oder 3 Monate zu reisen. Die Menschen waren dennoch glücklich. Vermutlich ähnlich glücklich wie die Menschen heute.
Sobald wir zu viele Entscheidungsmöglichkeiten haben, haben wir unterbewusst Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, die schlecht für uns ist oder uns gar unglücklich machen könnte. Und der heutige Alltag ist voll von Entscheidungsfragen. Ob im Supermarkt, wo 5 verschiedene Milchsorten, 6 verschiedene Klopapierarten und 30 verschiedene Shampoos darauf warten, ausgesucht zu werden. Über die richtige Studiums- oder Berufswahl: es gibt inzwischen so viele Berufsfelder, dass es eine wahre Kunst ist, hier den Überblick zu behalten. Vom Klamottenkauf gar nicht zu sprechen: bei den zig Millionen verschiedenen möglichen Outfits und Stilrichtungen ist es nahezu unmöglich, sich auf Anhieb “perfekt” zu entscheiden.
Die einzige Möglichkeit, diesen Entscheidungsdschungel zu überstehen ohne unglücklich zu werden, ist etwas Abstand zu genau diesem Dschungel zu bekommen. Wir sollten uns viel öfter auf die Dinge besinnen, die wirklich wichtig sind. Wir müssen damit aufhören, uns stundenlang mit belanglosem Käse auseinanderzusetzen und  herumzuärgern. Ob das Streifenmuster desn linke Sockens, den wir vorletzten Dienstag anhatten, zu unserem Polohemd gepasst hat, ist für unser Leben so irrelevant wie sonst noch was.

Wenn du  Lust hast, dich einmal über 30 Tage hinweg mit dir selbst und den entscheidenden Fragen in deinem Leben auseinanderzusetzen, solltest du ganz schnell eine Entscheidung treffen und das Besser-Leben-Programm absolvieren. Wer sich in die Inhalte und Aufgaben des Programms einliest und eindenkt, wird davon mit Sicherheit wahnsinnig profitieren können und sein Leben verbessern.
Ich freue mich auf dich – viel Spaß beim glücklich sein!

 

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